1942     geboren in Kolbermoor
1970 – 1976     Studium an der Akademie der bildenden Künste in München bei Günther Fruhtrunk
1978     DAAD-Stipendium in Mailand
1985     Werkstipendium des Kunstfonds Bonn; Studienreise nach Mexiko
1990     Förderpreis für bildende Kunst der Stadt München
2000 – 2002     Reisen nach Ägypten; Workshop im Goethe-Institut, Alexandria
2005     Seminar an der Accademia di Bella Arti, Lecce
lebt und arbeitet in Mailand, Apulien und München

Helmut Dirnaichners Werke sind ein Dialog mit der Natur. Vom Material zur Materie: Erden, Steine, Asche, Mineralien, Edel- und Halbedelsteine kommen in seinen objekthaften Arbeiten selbst zu Wort. Die Umsetzung von Naturgegebenheiten mit authentischen Materialien versteht Dirnaichner keineswegs als bloße Nachahmung der Natur, sondern als “Neuschöpfung” in doppeltem Wortsinn. Am Anfang des künstlerischen Prozesses steht das Sammeln und Aufbereiten der Erden, Gesteine und Mineralien. Aus der Masse der grob zerkleinerten, im Mörser zerriebenen und im Wasser mit Zellulose als Bindemittel vermischten Substanzen schöpft der Künstler die einzelnen Werke. Ihre leuchtenden, intensiven Farben sind ausschließlich natürliche Materie. Ihn interessiert – wie er selber formuliert – “die Farbe in ihrer Struktur, Materialität, Geschichte und Erdvergangenheit”.

Einen Hauptteil unserer Ausstellung “Der Schatten der Steine” bilden erstmals gezeigte, neue Arbeiten, wie sie auf der Einladungskarte abgebildet sind:
Schwefel Auripigment, 2008 Auripigment, Schwefel, Zellulose, 21 x 21 4 cm und
Malachit Amazonit, 2008 Malachit, Amazonit, Zellulose, 21 x 21 x 4 cm.
Weitere gefaltete Objekte befassen sich mit Nuancen von Schwarz (Onyx, Basalt, gebranntes Elfenbein und blauer Schiefer) sowie Weiß (Bergkristall), Blau (Lapislazuli und Azurit) und Rot (Jaspis und Hämatit).

Die handgeschöpften, gefalteten Objekte, die von der farbigen Stein- und Mineralmaterie durchtränkt sind, sind wie Lichtspeicher, die mit der Veränderung des Lichtes ihre Strahlkraft verändern und mit ihren, kontinuierlich sich verändernden, Schatten eine Dynamik hervorrufen.
Zellulose und feinste Steinpartikelchen bilden eine Mikrolandschaft, die beim Schöpfen und Schlagen ihre eigenständige Oberfläche entwickelt.

“Das Erhabene wirft einen Schatten - die farbige Materie meiner Werke konfrontiert den Lichtspeicher der Mineralien mit dem Schatten, den jedes einzelne Körnchen wirft.
Die Faltung spielt mit dem Lichteinfall, holt das leuchtende Blau hervor und lässt auch die Umkehrung zu, in der das Lapislazuliblau im Schatten liegt und das Schiefergrau heller hervortritt.”
“Jeder Anblick ist ein Augenblick, eine Summe von Blitzen, die das Werk als einen Fluss von sich bewegenden und verändernden Bildern hervorruft und bei dem kein Blick dem anderen gleicht.”
(Helmut Dirnaichner)

Darüber hinaus zeigt der Künstler eine Serie von ringförmigen Arbeiten aus Zellulose und Malachit, Lapislazuli, Jaspis, Bergkristall und Auripigment.