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J.Stega

Janusz Stega

 

 

Janusz Stega

 

-Neue Arbeiten-


Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag,

dem 3. September 2010, 18–21 Uhr,

laden wir Sie und Ihre Freude herzlich ein.

Der Künstler wird anwesend sein.


Ausstellungdauer: 4. September – 30. Oktober 2010


Sonderöffnungszeiten während der DC Open 2010

Samstag, 4. September, 12–20 Uhr,

Sonntag, 5. September 2010, 12–18 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

MIS A NU/BLOSSGELEGT

"Verflüchtigung, Verdunstung, Einwärtsfassung, Sammlung des Ichs. Hierin ist alles enthalten."

CHARLES BAUDELAIRE, MON COEUR MIS A NU ("Mein bloßgelegtes Herz")

Die Ausstellung neuer Bilder Janusz Stegas in der Galerie Ucher in Köln gibt den wohl bisher intimsten Einblick in das handwerkliche Schaffen des in Frankreich lebenden Künstlers. Sie offenbart in bisher nicht gezeigter Form Genese und Struktur des Bildes bei Janusz Stega.


Im Medium der Malerei eröffnet der Künstler seit jeher neue Perspektiven: Steht in den Bildern der Serie mit nur einmalig aufgetragener Musterrolle die Farbe noch im Dienst des Sujets und der symbolischen Illustration, in der Verwendung eines archaischen Urmusters oder Symbols in Form von Arabesken, geschieht durch den Pinselauftrag vieler dünner Farbschichten bei den sogenannten "Baumrinden- oder Pilzstrukturbildern" erst einmal deren Loslösung, oft viele Jahre in Anspruch nehmend, und es entsteht in diesem künstlerischen Verwirklichungs- und Gärungsprozess wie in einem Vakuum nicht nur eine subtile Vielfarbigkeit, sondern eine Art Raumkörper aus reiner Farbe, ein Bildaufbau in der dritten Dimension, in dem Körper aus reiner Farbe aufgebaut werden. Es ist die Farbe als Dichtematerial, die die Loslösung vom Motiv, also die Abstraktion im reinsten Sinne verstanden, hier vorantreibt, bis sie, am Ende des Schaffensprozesses angekommen, selbst Gegenstand des Bildes und neuerliches Motiv wird.


Es ist immer ein weiter Weg bis zur Kunst. Genau um diesen Weg, oder besser, die Etappen auf diesem Weg, geht es in den Arbeiten Janusz Stegas. Um den Weg von der Baumrinde zur Industriepalette oder umgekehrt. Es sind verschiedene Grundmuster, Motive, verborgen unter einem Farbmantel, oder enthüllt, wie um die Bloßlegung eines Symbols oder Urbildes unserer inneren Entsprechung.


Es handelt sich also um Bilder, Urmuster des Lebens, die unter Farbkrusten verborgen sind. Stega geht es dabei um ein Entblättern oder Entblößen des Herzens (der Kunst) im prozesshaften, künstlerischen Akt des Farbauftragens selbst, um die Bloßlegung des künstlerischen Moments, aber auch um das Vergraben und Verkrusten des darin ganz ursprünglich enthaltenen Lebensnervs: Wir hören den Herzschlag durch Haut und Knochen und Fleisch hindurch. Sei es Bloßlegung, sei es Vergrabung und Verkrustung, die neuen Arbeiten Janusz Stegas zeigen am Ende dem Betrachter in einzigartiger Form genau den Schwebezustand zwischen diesen beiden Möglichkeiten als Übergang und Brücke.


STEPHAN CLASSEN