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Korrespondenzen
Helmut Dirnaichner , Tamás Hencze, Frantisek Kyncl, Sybille Pattscheck,
Klaus Staudt, Janusz Stega, Gaby Terhuven
10. Dezember 2010 – 26. Februar 2011

Tamás Hencze Monotone Strukturen I -V 1972, Öl auf Karton, 70 x 50 cm

Frantisek Kyncl Monostrukturen 1977, Acryl auf Papier, 80 x 80 cm

Klaus Staudt Summertime WR(O)300 2002/03 121,5 x 121,5 x 5cm Holz, Acrylfarbe, Farbstift, Plexiglas

Frantisek Kyncl Monostrukturen 1992, Acryl auf Bütten, 105 x 77 cm

Frantisek Kyncl Monostrukturen 1986, Acryl auf Bütten, 74 x 54 cm

Sybille Pattscheck corona chrome luce (weiß), 2008, Enkaustik auf Plexiglas, 125 x 125 x 6 cm

Helmut Dirnaichner Terre, 2004, 67 x 69 cm

-Neue Arbeiten-
Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag,
dem 3. September 2010, 18–21 Uhr,
laden wir Sie und Ihre Freude herzlich ein.
Der Künstler wird anwesend sein.
Ausstellungdauer: 4. September – 30. Oktober 2010
Sonderöffnungszeiten während der DC Open 2010
Samstag, 4. September, 12–20 Uhr,
Sonntag, 5. September 2010, 12–18 Uhr
MIS A NU/BLOSSGELEGT
"Verflüchtigung, Verdunstung, Einwärtsfassung, Sammlung des Ichs. Hierin ist alles enthalten."
CHARLES BAUDELAIRE, MON COEUR MIS A NU ("Mein bloßgelegtes Herz")
Die Ausstellung neuer Bilder Janusz Stegas in der Galerie Ucher in Köln gibt den wohl bisher intimsten Einblick in das handwerkliche Schaffen des in Frankreich lebenden Künstlers. Sie offenbart in bisher nicht gezeigter Form Genese und Struktur des Bildes bei Janusz Stega.
Im Medium der Malerei eröffnet der Künstler seit jeher neue Perspektiven: Steht in den Bildern der Serie mit nur einmalig aufgetragener Musterrolle die Farbe noch im Dienst des Sujets und der symbolischen Illustration, in der Verwendung eines archaischen Urmusters oder Symbols in Form von Arabesken, geschieht durch den Pinselauftrag vieler dünner Farbschichten bei den sogenannten "Baumrinden- oder Pilzstrukturbildern" erst einmal deren Loslösung, oft viele Jahre in Anspruch nehmend, und es entsteht in diesem künstlerischen Verwirklichungs- und Gärungsprozess wie in einem Vakuum nicht nur eine subtile Vielfarbigkeit, sondern eine Art Raumkörper aus reiner Farbe, ein Bildaufbau in der dritten Dimension, in dem Körper aus reiner Farbe aufgebaut werden. Es ist die Farbe als Dichtematerial, die die Loslösung vom Motiv, also die Abstraktion im reinsten Sinne verstanden, hier vorantreibt, bis sie, am Ende des Schaffensprozesses angekommen, selbst Gegenstand des Bildes und neuerliches Motiv wird.
Es ist immer ein weiter Weg bis zur Kunst. Genau um diesen Weg, oder besser, die Etappen auf diesem Weg, geht es in den Arbeiten Janusz Stegas. Um den Weg von der Baumrinde zur Industriepalette oder umgekehrt. Es sind verschiedene Grundmuster, Motive, verborgen unter einem Farbmantel, oder enthüllt, wie um die Bloßlegung eines Symbols oder Urbildes unserer inneren Entsprechung.
Es handelt sich also um Bilder, Urmuster des Lebens, die unter Farbkrusten verborgen sind. Stega geht es dabei um ein Entblättern oder Entblößen des Herzens (der Kunst) im prozesshaften, künstlerischen Akt des Farbauftragens selbst, um die Bloßlegung des künstlerischen Moments, aber auch um das Vergraben und Verkrusten des darin ganz ursprünglich enthaltenen Lebensnervs: Wir hören den Herzschlag durch Haut und Knochen und Fleisch hindurch. Sei es Bloßlegung, sei es Vergrabung und Verkrustung, die neuen Arbeiten Janusz Stegas zeigen am Ende dem Betrachter in einzigartiger Form genau den Schwebezustand zwischen diesen beiden Möglichkeiten als Übergang und Brücke.
STEPHAN CLASSEN



Zur Eröffnung der Ausstellung am Mittwoch, dem 21. April 2010, ab 19 Uhr,
laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.
Der Künstler wird anwesend sein.
Samstag, 29. Mai 2010, 16.00 Uhr, Künstlergespräch
Moderation: Reinhard Lättgen
Ausstellungsdauer: 22. April – 6. Juni 2010
Karl Peter Kremer, 1944 geboren und in Siegburg lebend, zeigt in seiner ersten Einzelausstellung in der Galerie Ucher ausgesuchte Arbeiten aus den Werkgruppen “Wischbilder” und “Farbfelder”. Es werden auch einige Aquarelle präsentiert, an denen sich die serielle Arbeitsweise und die besondere Farbsensibilität des Künstlers eindrucksvoll verfolgen lässt. Seine scheinbar monochromen Bilder erweisen sich bei näherer Betrachtung als vielfarbig. Unzählige lasierend aufgetragene, sich wechselseitig durchdringende Farbschichten, die wie Sedimente übereinander lagern, ergeben in der Summe eine tiefgründige, homogene Farbigkeit. Eine perfekte Homogenität wird allerdings nicht angestrebt, eher eine lebendige, pulsierende Fläche. Jede Schicht hat Teil an der Schicht unter und über ihr. Die eine wirkt durch die andere hindurch. Es stellt sich die Vorstellung eines wachstumsartigen, in mehreren Stufen vonstatten gegangenen Entstehungsprozesses ein.
Die Bilder von Kremer sind oder beinhalten unmittelbare Antworten auf die grundsätzlichen Kernfragen einer autonomen Malerei, die ihre Bedingungen, Möglichkeiten und Wirkungen auslotet. Sie versuchen, optische wie visuelle Sachverhalte und Phänomene transparent, d.h. sichtbar und damit zugleich ein-sehbar zu machen. Kremer führt uns in seinen Arbeiten eindringlich die Eigenschaften von Farben vor Augen. In ihrer Überlagerung und Durchdringung macht er ihr Wesen sichtbar und zeigt in einer überzeugenden, da nachvollziehbaren Art und Weise, dass Farben Energien sind, dass sie Gewicht haben. Er demonstriert, wie sich ihr Charakter mal aktiver, mal passiver darstellen kann. Dabei wird deutlich, wie relativ das Wirkungspotential der Farben ist und wie stark es abhängig ist von der Größe und Form ihrer Ausdehnung und der Art und Weise ihrer Zuordnung.
“Die Arbeiten von K.P. Kremer sind intelligente und einfühlsame Essays über die Farbe, ihr Wesen und ihre Wirkung. Sie leisten einen substanziellen Beitrag zur heutigen Malerei”.
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